Demo

„Kein Ort für Nazis“ -Demo am 24. März

Auftakt:
Sa. 24.3. | 15 Uhr | Kassel: Weserspitze

VORBEREITUNGSTREFFEN:
Jeden Montag vor der Demo um 19 Uhr im Philipp-Scheidemann-Haus

Die verschiedenen Naziaktivitäten und -übergriffe der letzten Jahre
erfordern ein entschlossenes Vorgehen. Gerade die Nordstadt ist bekannt
als Ort, an dem die Nazis in Vergangenheit und Gegen-wart immer wieder ihr
Unwesen getrieben haben: Von Schmierereien, über Angriffe, bis hin zu
Morden. Nazis sind eine Gefahr für uns alle!
Wir rufen deshalb zu einer Demonstration auf und suchen verschiedene Orte
der Naziaktivitäten und -übergriffe auf. Wir wollen deutlich machen:
Kassel ist kein Ort für Nazis!
Keinen Raum für Nazis, für ihre Hetze und ihre Gewalt: Nicht auf den
Straßen. Nicht auf den Plätzen. Nicht in den Kneipen. Nicht an Schule und
Universität. Nicht in den Betrieben. NIRGENDS.
Ziel ist es, dass jede/r Einzelne sich ohne Angst frei bewegen kann. Gegen
jede Form von Diskriminierung!

STATION 1: Das NS-Mahnmal „Die Rampe“

Die Geschichte der Nordstadt ist auch eine Geschichte der
Rüstungsindustrie – die bis heute Fortbestand in Kassel hat – der
Zwangsarbeit, und der Deportation in die Massenvernichtung während des
Nationalsozialismus. Zwischen 1933 und 1945 zeigte der deutsche
Faschismus, wohin die menschenverachtende Ideologie der Nazis führt: in
die massenhafte Ermordung von Millio-nen von Menschen.
Das Mahnmal „die Rampe“ in der Nordstadt erinnert an den Transport und die
Ausbeutung tausender Zwangsarbeiter_innen durch die in Kassel ansässige
Firma Henschel. All dies ge-schah vor den Augen der Bewohner_innen der
Stadt auf dem Gebiet des heutigen Universitäts-campus. Dieser Ort der
Erinnerung ist ein Dorn im Auge der Neonazis vor Ort. Immer wieder wurden
auf das Mahnmal „die Rampe“ Anschläge von Schmierereien bis hin zur
Brandstiftung verübt.
Die Erinnerung an die zahllosen Opfer des Nationalsozialismus gehört in
die Nordstadt!
Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!

STATION 2: Tatort Nordstadt: Holländische Straße 74

Naziterror ist nicht nur ein Thema der Vergangen-heit, sondern eine
aktuelle Bedrohung. Seit Anfang der 1990er Jahre wurden mindestens 182
Men-schen durch Nazis getötet sowie zahllose Personen angegriffen. Auf
brutale Weise ermordete die Terrorzelle „NSU“ aus rassistischen Motiven 11
Menschen. Dazu zählt auch Halit Yozgat der Besitzer eines Internetcafes in
der Kasseler Nord-stadt. Es wird immer deutlicher, dass die lang-jährige
Beobachtung durch den Verfassungsschutz die Morde nicht verhinderte. Wir
dürfen uns im Kampf gegen Nazis nicht auf den Staat verlassen: Im Kampf
gegen Nazis kommt es auf jede_n an. 3.000 Menschen gedachten den Opfern
mit einer Menschenkette in Kassel. Das war ein wichtiger Anfang. Ob in der
Schule, der Uni, am Arbeitsplatz oder im Supermarkt: Aktiv werden gegen
Nazis!

STATION 3: Der Nazi-Treffpunkt in städtischem Wohnraum

Die Nazi-Gruppe Sturm 18 treibt seit einigen Jahren in der Nordstadt ihr
Unwesen. Immer wieder wurden Menschen angepöbelt und teilweise
angegriffen.
Unter den Nazis sind bekannte Verbrecher, die eine Vielzahl von
Körperverletzungen bis hin zur Todesfolge verübt haben. Illegalerweise
wohnte ein Teil von ihnen in einer Wohnung der städtischen
Wohnungsbaugesellschaft GWG in der Fiedlerstraße. Zeitweise war die
Wohnung ein wichtiger Anlaufpunkt für Nazis und ist es möglicherweise noch
immer. Das Bündnis „Кein Ort für Nazis“ machte diesen Vorgang
öffentlich. Denn: Nazi-Treffpunkte wie diese sind eine Gefahr für alle
Menschen in der näheren Umgebung.
Neonazis das Mieten verderben!

STATION 4: Der Nordstadtpark gehört allen

Auch im Nordstadtpark wurden regelmäßig Menschen angepöbelt. Wir wollen
keine Nordstadt der Diskriminierung, der Gewalt und der Ausgrenzung!
Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, Homophopie und Transphobie haben hier
nichts zu suchen. Wir stellen uns gegen jede Form der Diskriminierung.
Dazu zählt auch eine Politik der Ausgrenzung, die die Nordstadt auf
besondere Weise trifft. Immer wieder wird mit rassistischer Hetze von den
Ursachen von Arbeitslosigkeit und Armut abgelenkt. Wir wollen stattdessen
einen sozialen Stadtteil des Miteinanders und der Solidarität! Eine andere
Nordstadt ist möglich!

Wehret den Zuständen – aktiv gegen Nazis!

 

Antifaschistische Demonstration Samstag 17. September 2011, 14.00 Uhr, Hbf Kassel

 

„Nazis – die gibt’s hier nicht!“ Eine solche Behauptung wird durch die politische Wirklichkeit in Kassel alltäglich widerlegt.

Insbesondere in der Kasseler Nordstadt treibt eine Kameradschaft „Sturm 18“ ihr Unwesen. Die Zahl 18 steht hierbei für den 1. und 8. Buchstaben im Alphabet, also für A.H. = Adolf Hitler, womit auch klar ist, in wessen Tradition sich diese Gruppe stellt. Ihr geistiger Anführer ist der 36-jährige mehrfach vorbestrafte Bernd T., Gründer eines rechtsradikalen Internetforums. Bereits 1993 wurde er wegen Totschlags an einem Obdachlosen verurteilt. Bei Hausdurchsuchungen in Kassel wurden Waffen und Munition gefunden. Mitglieder des „Sturm 18“ bedrohen insbesondere in der Nordstadt Migrantinnen und Migranten und alle, die sie als „Gegner“ identifizieren.

Im organisatorischen Spektrum der Neonazis bewegt sich der „Freie Widerstand Kassel“ mit ihrem Frontleuten Mike S., der vor einiger Zeit noch Funktionär der hessischen JN (Junge Nationaldemokraten) war, und Jörg H.. Deren Schwerpunkte sind Propagandadelikte und die Teilnahme an bundesweiten Neonaziaufmärschen. Diesem Spektrum dürfte auch die Sachbeschädigung am Kasseler Gewerkschaftshaus vor dem 1. Mai 2010 zuzuordnen sein.

Die dritte Gruppe sammelt sich um den bekannten Nazischläger Marcus E., der einerseits Fußball-Hooligans um sich schart und andererseits in den Naziskandal um den zurückgetretenen Chef der Freiwilligen Feuerwehr Bettenhausen-Forstfeld Christian W. verwickelt war.

Doch das gesellschaftliche Problem sind nicht allein diese teils gewalttätigen Strukturen der Neonazis. Für alle Migrantinnen und Migranten, für viele Menschen in dieser Stadt ist der Alltagsrassismus in seinen verschiedenen Facetten der Fremdenfeindlichkeit, des Antisemitismus oder der Islamfeindlichkeit, der „aus der Mitte der Gesellschaft“ kommt, ein existenzielles Problem. Man erlebt ihn am Arbeitsplatz, in der Schule, im Supermarkt, in den Leserbriefspalten der Tageszeitungen, in scheinbar anonymen Internet-Foren oder anderen Orten des täglichen Zusammenlebens. Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Krise setzen Teile der politischen Elite, zu deren Sprachrohr sich ein Herr Sarrazin gemacht hat, auf die rassistische Spaltung der Gesellschaft, um von Ursachen sozialer Probleme abzulenken. In diesem Fahrwasser können auch neofaschistische Kräfte erstarken.

Dagegen ist couragierter und entschlossener Widerstand all jener erforderlich, die für eine solidarische und tolerante Gesellschaft eintreten. Dieser Widerstand gegen Neofaschismus und Rassismus muss verbunden werden mit dem Eintreten für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen.

Wir sind nicht bereit, faschistische Gewalt oder solche Formen des alltäglichen Rassismus in unserer Gesellschaft zu akzeptieren. Wir warten nicht darauf, dass andere für uns das Problem lösen, sondern sehen es als unsere eigene Verantwortung, hiergegen ein deutliches Signal zu setzen. Deshalb rufen wir in Kassel dazu auf, mit einer Demonstration am 17.September 2011 ein deutliches Zeichen gegen Neofaschismus, Rassismus, Homophobie und Sexismus, sowie Islamfeindlichkeit und Antisemitismus zu setzen.

Wir werden den Nazis und der Öffentlichkeit demonstrieren, dass wir nicht dulden werden, dass sich Nazis mit ihrem menschenverachtenden Verhalten und ihren rassistischen Parolen in der Öffentlichkeit breit machen.

Wir machen damit Neonazis und ihren (un-)heimlichen Sympathisanten deutlich:

Wir treten gemeinsam ein gegen Rassismus, Fremdenhass, Islamfeindlichkeit und Antisemitismus!

Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!

 

Bündnis gegen Rechts

 

 


Kontaktadresse
Kasseler Jugendring e.V.
Mühlengasse 1
34125 Kassel

Tel: 0561 - 57 39 98
Fax: 0561 - 57 39 99
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