BUNT!

Exkursion zur Gedenkstätte Breitenau – Auch zweite „BUNT!“-Veranstaltung erfolgreich verlaufen

Am Sonntag, den 3. Juni fand der zweite Termin der Veranstaltungsreihe „BUNT! Kasseler Jugendverbände gegen Rassismus“ statt.

Auch schlechtes Wetter konnte die knapp 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht abschrecken: Gemeinsam nahmen sie an einer rund zweistündigen Führung durch das ehemalige Konzentrationslager in Guxhagen teil.

 

Nach einem einführenden Film über die Entstehungsgeschichte Breitenaus wurde den jungen Interessierten das Gelände mit Waschräumen und Isolier- und Dunkelhaftzellen gezeigt und das Leben im Lager veranschaulicht und erläutert. Besonders erschüttert zeigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer darüber, dass die auf dem Gelände befindliche Kirche in all den Jahren weiterhin für Gottesdienste der Guxhagener Gemeinde diente, während nur durch eine Mauer getrennt, auf der anderen Seite Häftlinge um ihr Leben fürchteten. Doch auch, dass das Lager noch bis in die 70er-Jahre hinein als Mädchenerziehungsheim diente, führte zu Betroffenheit: „Die Mädchen von damals sind ja genauso alt wie meine Mutter“, so die Reaktion einer Teilnehmerin auf die harten Lebensbedingungen.

Anschließend konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Archiv der Gedenkstätte anhand von umfänglichen Gefangenengenakten einzelne Lebensschicksale nachvollziehen, wie etwa die Lebensgeschichte der jüdischen Ärztin Lilli Jahn. Die Dauerausstellung des Kasseler Künstlers Stephan Borstel bildete einen beeindruckten Abschluss der Exkursion.

 

Die Veranstalter von Kasseler Jugendring, Falken und DGB-Jugend zeigten sich zufrieden: „ Auch im Hinblick auf die Geschehnisse in der letzten Zeit war es uns wichtig zu zeigen, welche Verbrechen damals vor der Kasseler Haustür verübt worden sind“, erklärt Julia Bicker, Bildungsreferentin der Sozialistischen Jugend Deutschlands- Die Falken, „daher freut es uns, dass das Interesse an dieser Exkursion so groß ist.“

 

Die nächste Veranstaltung ist das politische Straßenfußballturnier „Kick rechts weg“ am 23.Juni auf dem Vorplatz des Kulturbahnhofs. Nach der Sommerpause findet am 30.August der Informationsabend „Neofaschismus in Kassel“ statt.  Gemeinsam mit dem Mobilen Beratungsteam gegen Rassismus und Rechtsextremismus (MBT) informieren die Veranstalter über die lokalen neofaschistischen Strukturen in Kassel und deren aktuellen Entwicklungen.

 

„Auf den Spuren Kasseler Geschichte…“ – Antifaschistischer Stadtspaziergang stößt auf reges Interesse bei jungen Kasselerinnen und Kasselern

Am Freitag, den 27.4. fiel der Startschuss zur Veranstaltungsreihe „BUNT! – Kasseler Jugendverbände gegen Rassismus“. Der Historiker Dr. Ulrich Schneider (VVN/BdA) führte rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einem zweistündigen Rundgang zu zentralen Orten des Geschehens des damaligen NS-Regimes. „Geschichte wird dann anschaulich, wenn es gelingt sie zu verorten“, so Ulrich Schneider zu Beginn. „Daher ist es wichtig, dass wir uns direkt an den Orten mit den Verbrechen der Nazis, aber auch mit den Formen des Widerstandes auseinandersetzen.“

 

Die Veranstalter von Kasseler Jugendring, Falken und DGB-Jugend zeigten sich zufrieden: „Eine große Beteiligung und viele neue Gesichter zeigen, dass den Kasseler Jugendlichen die Geschichte dieser Stadt nicht egal ist“, so Inga-Kristin Thom, Bildungsreferentin beim Kasseler Jugendring. Angesichts der Geschehnisse der vergangenen Monate sei eine aktive Auseinandersetzung mit der Kasseler Geschichte notwendig, ergänzt Julia Bicker, Jugendbildungsreferentin der Sozialistischen Jugend Deutschlands – Die Falken, und fügt hinzu: „Wir haben heute mal wieder gelernt, wohin es führen kann, wenn eine Gesellschaft Diskriminierung und Rassismus toleriert. Zivilcourage ist auch heute noch sehr wichtig.“

 

Schneider führte die jungen Interessierten vom Kasseler Gewerkschaftshaus, welches am 7. März 1933 von Nazis gestürmt wurde, über den Opern- und Friedrichsplatz, durch die Altstadt hin zur Martins- und Lutherkirche, wo der Rundgang endete. Dabei wechselte der Historiker immer wieder die Perspektive, brach bekannte historische Ereignisse auf die lokale Ebene herunter und verband diese mit alltäglichen Geschichten von Zeitzeugen. Die Hälfte der Teilnehmenden folgte noch der Einladung der Veranstalter in den Jugendclub des Gewerkschaftshauses, wo die Veranstaltung mit einer spannenden Diskussion um die Formen einer angemessenen Erinnerungskultur endete.

 

Am Ende der gelungenen Auftaktveranstaltung machte Inga-Kristin Thom auf den nächsten Termin aufmerksam: „Am Sonntag, den 3. Juni, brechen wir um 12.45 Uhr ab dem Kasseler Hauptbahnhof auf zu einer Exkursion in die Gedenkstätte Breitenau. Fahrt und Eintritt sind kostenlos. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.“ Um Anmeldungen bis zum 15.Mai bittet Thom mit einer e-mail an info@kasselerjugendring.de  oder unter Tel. 0561/573998.

Kontaktadresse
Kasseler Jugendring e.V.
Mühlengasse 1
34125 Kassel

Tel: 0561 - 57 39 98
Fax: 0561 - 57 39 99
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