Bündnis gegen Rechts

Aktiv gegen Nazis in Kassel

Das Bündnis gegen Rechts hatte am Samstag zur Demo gegen Nazis und Rassismus aufgerufen und mehr als 1000 Teilnehmer_innen beteiligten sich.

Auf der Route vom Hauptbahnhof zum Kulturbahnhof Schlachthof wurden an verschiedenen Punkten Zwischenkundgebungen abgehalten. Es wurde unter anderem auf die Präzenz der Kasseler Nazis auf dem Königsplatz und der Weserspitze aufmerksam gemacht und über die Kontakte eines Ladenbesitzers in die rechte Szene und sein fragwürdiges Kleidungssortiment informiert. Am Mahnmal „Die Rampe“ an der Universität wurde an die Deportationen jüdischer Mitbürger_innen erinnert.

Die Demo verlief  friedlich, obwohl sich zeitgleich Mitglieder der rechten Szene auf dem Friedrichsplatz versammelt hatten.

 

Wehret den Zuständen – aktiv gegen Nazis!

 

Antifaschistische Demonstration Samstag 17. September 2011, 14.00 Uhr, Hbf Kassel

 

„Nazis – die gibt’s hier nicht!“ Eine solche Behauptung wird durch die politische Wirklichkeit in Kassel alltäglich widerlegt.

Insbesondere in der Kasseler Nordstadt treibt eine Kameradschaft „Sturm 18“ ihr Unwesen. Die Zahl 18 steht hierbei für den 1. und 8. Buchstaben im Alphabet, also für A.H. = Adolf Hitler, womit auch klar ist, in wessen Tradition sich diese Gruppe stellt. Ihr geistiger Anführer ist der 36-jährige mehrfach vorbestrafte Bernd T., Gründer eines rechtsradikalen Internetforums. Bereits 1993 wurde er wegen Totschlags an einem Obdachlosen verurteilt. Bei Hausdurchsuchungen in Kassel wurden Waffen und Munition gefunden. Mitglieder des „Sturm 18“ bedrohen insbesondere in der Nordstadt Migrantinnen und Migranten und alle, die sie als „Gegner“ identifizieren.

Im organisatorischen Spektrum der Neonazis bewegt sich der „Freie Widerstand Kassel“ mit ihrem Frontleuten Mike S., der vor einiger Zeit noch Funktionär der hessischen JN (Junge Nationaldemokraten) war, und Jörg H.. Deren Schwerpunkte sind Propagandadelikte und die Teilnahme an bundesweiten Neonaziaufmärschen. Diesem Spektrum dürfte auch die Sachbeschädigung am Kasseler Gewerkschaftshaus vor dem 1. Mai 2010 zuzuordnen sein.

Die dritte Gruppe sammelt sich um den bekannten Nazischläger Marcus E., der einerseits Fußball-Hooligans um sich schart und andererseits in den Naziskandal um den zurückgetretenen Chef der Freiwilligen Feuerwehr Bettenhausen-Forstfeld Christian W. verwickelt war.

Doch das gesellschaftliche Problem sind nicht allein diese teils gewalttätigen Strukturen der Neonazis. Für alle Migrantinnen und Migranten, für viele Menschen in dieser Stadt ist der Alltagsrassismus in seinen verschiedenen Facetten der Fremdenfeindlichkeit, des Antisemitismus oder der Islamfeindlichkeit, der „aus der Mitte der Gesellschaft“ kommt, ein existenzielles Problem. Man erlebt ihn am Arbeitsplatz, in der Schule, im Supermarkt, in den Leserbriefspalten der Tageszeitungen, in scheinbar anonymen Internet-Foren oder anderen Orten des täglichen Zusammenlebens. Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Krise setzen Teile der politischen Elite, zu deren Sprachrohr sich ein Herr Sarrazin gemacht hat, auf die rassistische Spaltung der Gesellschaft, um von Ursachen sozialer Probleme abzulenken. In diesem Fahrwasser können auch neofaschistische Kräfte erstarken.

Dagegen ist couragierter und entschlossener Widerstand all jener erforderlich, die für eine solidarische und tolerante Gesellschaft eintreten. Dieser Widerstand gegen Neofaschismus und Rassismus muss verbunden werden mit dem Eintreten für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen.

Wir sind nicht bereit, faschistische Gewalt oder solche Formen des alltäglichen Rassismus in unserer Gesellschaft zu akzeptieren. Wir warten nicht darauf, dass andere für uns das Problem lösen, sondern sehen es als unsere eigene Verantwortung, hiergegen ein deutliches Signal zu setzen. Deshalb rufen wir in Kassel dazu auf, mit einer Demonstration am 17.September 2011 ein deutliches Zeichen gegen Neofaschismus, Rassismus, Homophobie und Sexismus, sowie Islamfeindlichkeit und Antisemitismus zu setzen.

Wir werden den Nazis und der Öffentlichkeit demonstrieren, dass wir nicht dulden werden, dass sich Nazis mit ihrem menschenverachtenden Verhalten und ihren rassistischen Parolen in der Öffentlichkeit breit machen.

Wir machen damit Neonazis und ihren (un-)heimlichen Sympathisanten deutlich:

Wir treten gemeinsam ein gegen Rassismus, Fremdenhass, Islamfeindlichkeit und Antisemitismus!

Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!

 

Bündnis gegen Rechts

 

 


Kontaktadresse
Kasseler Jugendring e.V.
Mühlengasse 1
34125 Kassel

Tel: 0561 - 57 39 98
Fax: 0561 - 57 39 99
Wir bei Facebook

Wir bei Twitter

Follow Me on Twitter